postheadericon Von der Löschgruppe Wilden zur Fire Company in die USA

Fabian Kapp nutzt USA-Aufenthalt um zu helfen / Titel bei Spendenevent

Pittsburgh/Wilden. Auf den letzten Stufen ist die Hitze kaum noch zu ertragen. Jeder Atemstoß brennt Fabian im Hals. Die schwere Uniform klebt wie ein nasser Badeanzug an seiner Haut. Doch aufgeben ist keine Option. Nicht für einen amerikanischen "Firefighter". Nicht für Fabian Kapp. Mit letzter Kraft schleppt sich der Feuerwehrmann aus Wilden ins Ziel. Hinter ihm liegen 45 Stockwerke, 897 Stufen und schier endlose dreizehneinhalb Minuten; an ihm eine 25 kg schwere Feuerwehrausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr Cranberry (USA). "Das war ein grandioses Erlebnis, auch wenn es mehr als nur anstrengend war und ich keine einzelne Stufe mehr geschafft hätte", erklärte der 32-jährige Siegerländer nach seiner Teilnahme am "Fight for Air Climb".

Bereits zum zehnten Mal fand das Spendenevent der American Lung Association jetzt in Pittsburgh statt, um auf die Bedeutung einer gesunden Lunge aufmerksam zu machen und Menschen mit Lungenerkrankungen finanziell zu unterstützen. Allein Fabian hatte bereits im Vorfeld des Events mit Hilfe seiner Familie, Freunde, Kollegen und Feuerwehrkameraden 2000 US Dollar für den guten Zweck gesammelt. Das bescherte ihm nicht nur den Titel als erfolgreichster privater Spendensammler, sondern auch die Anerkennung seiner neuen Kollegen von der freiwilligen Feuerwehr Cranberry, mit denen er beim Air Climb als Team "21 Tower Climbers" an den Start gegangen war.

Seit etwa einem halben Jahr ist Fabian Mitglied der Firefighter-Truppe. Der Siegerländer Feuerwehrmann aus der Löschgruppe Wilden hat sich in Cranberry schnell einen Namen gemacht, obwohl er eigentlich nur hier ist, um ein Jahr lang international Berufserfahrung zu sammeln. Die Cranberry Today, eine lokale Zeitung, veröffentlichte vor kurzem ein zweiseitiges Porträt über den deutschen Feuerwehrmann. "Fabian kam nicht als einer zu uns, der irgendwann einmal gerne Firefighter sein will; er ist schon ein Firefighter. Er kann sein Wissen mit uns teilen und wir können unser Wissen mit ihm teilen", sagt Ed Hestin, Präsident der örtlichen Feuerwehr, über die Verstärkung aus Deutschland.Immerhin ist Fabian schon mehr als 20 Jahre in der Feuerwehr aktiv.

Bei den amerikanischen Firefighters erscheint vieles auf den ersten Blick zwar deutlich beeindruckender zu sein als in Deutschland: riesige Feuerwehrwagen, gewaltige Wasserpumpen, beeindruckende Uniformen. Doch mit der Löschgruppe in der Heimat tauschen möchte Fabian auf lange Sicht nicht. „Natürlich ist es imposant, dass hier alles so groß ist, aber für mich macht das keinen Unterschied. Der Hintergrund ist der gleiche: Menschen zu helfen", betont Fabian.

Helfen war auch seine Motivation, um beim "Fight for Air Climb" teilzunehmen: "In der Hoffnung, dass sich jeder die Frage stellt, ob er das auch mit einer Raucherlunge schaffen würde", sagt Fabian. Und in der Hoffnung, damit zeigen zu können, welche Strapazen Feuerwehrmänner im Ernstfall auf sich nehmen, um Leben zu retten. Denn Aufgeben ist keine Option. Schon gar nicht für einen echten Firefighter.


Text & Foto: privat